Wie kann es sein, dass ein Tierschützer militant ist? Und wieso sagt keiner, ein Fleischproduzent sei ein militanter Tiergegner?
Immer wieder lese ich diese beiden Begriffe nebeneinander und frage mich, wer auf so eine fast urkomische Idee kommen kann, ein satirisches Wort wie militant in Zusammenhang mit Tierschützer zu verwenden. Aus meiner Sicht kommt es wirklich dem Vergleich nahe, indem ein Tierschützer mit einer Pistole, einem Gewehr, einem Brandsatz oder einem Panzer gegen etwas vorgeht, das dem Tierschutz dienen soll.
Ab und zu gibt´s dann mal einen Brandsatz. Ok. Dann sterben da vielleicht ein paar hundert oder meistens sogar tausend Tiere eines grausamen Verbrennungstodes. Aber kann man das direkt als militant bezeichnen, wenn man doch weiß, dass sie sowieso eines grausamen Todes sterben werden und dann ein paar Tage wieder einige tausend und dann ein paar Tage wieder einige tausend und dann ein paar Tage wieder einige tausend und dann ein paar Tage wieder einige tausend und dann ein paar Tage wieder einige tausend? Da wird wohl ein wenig der Tellerrand nach oben verschoben, wenn man solche Behauptungen aufstellt, dies sei ein militanter Akt, gerade wenn man auch betrachtet, dass dies keine Militärs sind, die dort eingreifen, sondern nicht-kombatante Zivilisten, die einem Unrecht nachgehen und keinem Menschen körperlichen Schaden zufügt.
Betrachten wir aber mal die andere Seite, und zwar die der Fleisch- und sonstigen Tierprodukte-Produzenten. Sie züchten pro Jahr mehr als 1,5 Milliarden Lebewesen und töten diese im gleichen Atemzug. Und das alles nur für den Profit. Dazu verbreiten sie auch noch eine Propaganda, die dem Menschen beibringen soll, wir wären doch schon immer Fleischfresser gewesen. Oder, dass wir ohne nicht überleben würden und einen Mangel haben, sollten wir diese Produkte nicht konsumieren. Die Wissenschaft hat zwar längst das Gegenteil bewiesen, aber gegen die Macht von Milliarden Euros und der damit möglichen Falschaussagen an die (aus meiner Sicht, vollkommen richtigen) leichtgläubigen Gesellschaft, kann die Wissenschaft nichts machen. Denn mit diesem WISSEN kann man kein Geld verdienen.
Was haben wir also bis jetzt gesammelt? Züchten, töten, Propaganda. Und dieses Vorgehen ist dann nicht militant? Vielleicht kann mich ja jemand aufklären, was die Definition von militantem Verhalten angeht. Vielleicht hat mein Rechts- und Unrechtsbewusstsein was nicht mitbekommen.
Übrigens kann man bereits (laut Deutschland-Radio-Bericht vom Juni 2011) 1/4 aller Todesfälle in Deutschland, auf Krebserkrankungen zurückführen. Und der direkte Zusammenhang mit dem Wachsen von Krebszellen und tierischen Proteinen ist seit Jahrzehnten belegt. Wer also immer noch glaubt, er sein in einer Position, in der er sich und sein Verhaten verteidigen müsse, der sollte sich mal hinterfragen, ob er nicht lieber die Gesundheit seines Körpers verteidigen müsste. Und an der, hat die Fleischindustrie sicher kein Interesse, denn es geht nur um Profit. Und der Kreislauf mit der Pharmaindustrie kann auch geschlossen werden.
Sind Tierschützer also militant? Nein, ganz sicher nicht, sie verteidigen nur das, was ihnen am Herzen liegt. Und das ist die Unversertheit der Tiere und der freien Natur. Es ist kein gezieltes, geplantes und automatisiertes Töten, wie das der Fleischindustrie.